Die Historie der Digitalrechner ist voller Superlative:
Kaufpreise in Millionenhöhe, Leistungsexplosionen in Milliardensprüngen
und der Weg vom exklusiven Gut zum Allerweltsartikel kennzeichnen den
Siegeszug des Computers.
Am Anfang war das Z: Bevor
Konrad Zuse 1941 mit dem Z3 den ersten funktionsfähigen Rechner
konstruierte, waren bereits Jahrtausende vergangen, in denen sich
Menschen den Umgang mit Zahlen erleichtert haben. So wurde etwa 1100
vor Christus im indisch-chinesischen Kulturraum der Abakus erfunden.
Mit dieser mechanischen Rechenhilfe erstellen Händler nicht nur in
China auch heute noch ihre Buchhaltung.
Die Geschichte des
elektronischen Digitalrechners reicht rund 70 Jahre zurück: Nach Zuse
brauchte es nur fünf Jahre Entwicklungszeit, bevor der erste rein
elektronische digitale Universalrechner seine Arbeit aufnahm. Der ENIAC
– Electronic Numerical Integrator and Calculator (in der Literatur wird
das C in der Abkürzung auch als Computer interpretiert) – wurde ab 1946
zur Berechnung von Geschossbahnen eingesetzt.
Konrad Zuses Z3
Computerpionier Konrad Zuse (1910-1995) baute 1941 mit dem Z3
(Nachfolger des legendären Z1) die erste funktionstüchtige
programmgesteuerte binäre Rechenmaschine. Der frei programmierbare,
voluminöse Kasten besteht aus einer Vielzahl von Relais und kann
getrost als raumfüllend bezeichnet werden. Eine Nachbildung können Sie
im Deutschen Museum in München bestaunen
Foto: Computerbild
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Miniaturisierung
Die anfängliche bauliche
Monstrosität der Elektronenhirne – der ENIAC brachte es auf eine
beachtliche Grundfläche von 170 Quadratmetern – schrumpfte erst 20
Jahre später. Der erste Rechner, der mit Fug und Recht als „Personal
Computer“ (das Wort Computer ist aus dem Lateinischen abgeleitet:
computare = berechnen) bezeichnet wurde, war der 9001 A von
Hewlett-Packard, der 1968 tatsächlich auf einem Schreibtisch Platz fand.
Verbreitung
In
den 80er-Jahren eroberte der Personal Computer nach und nach die Zimmer
junger Technik-Fans. In erster Linie waren dafür Videospiele
beziehungsweise ihre Umsetzung für PCs und erschwingliche Preise für
die Geräte verantwortlich. Klangvolle Namen in diesem Zusammenhang sind
C64, Sinclair, Atari oder Amiga. Die bezahlbaren Heim-Computer waren
trotz mäßiger Leistung für viele Computerspieler und Programmierer die
„Einstiegsdroge“.
Immer mehr FLOPS
Die
Rechengeschwindigkeit von Computern wird in FLOPS (Floating Point
Operation Per Second, englisch für Gleitkommaoperationen pro Sekunde)
angegeben. Der Wert nennt die Zahl der möglichen Gleitkommaoperationen
(Additionen oder Multiplikationen), die pro Sekunde ausführbar sind.
Beispiel: Ein normaler PC mit einem Pentium-4-Prozessor kann bei einer
Taktfrequenz von drei Gigahertz nach Angaben von IBM etwa sechs
GigaFLOPS erreichen.
Leistungssteigerung
Die
90er-Jahre standen ganz im Zeichen der Zunahme der Leistung von
Computern. Apple, IBM und Motorola (AIM-Konsortium) spezifizierten den
PowerPC, Intel brachte in schneller Folge Pentium- und
Pentium-Pro-Prozessoren auf den Markt. Nach der Jahrtausendwende
folgten Mehrkernprozessoren. Aber nicht nur im Kleinen wurde geklotzt,
auch Großrechenanlagen verzeichnen einen irrwitzigen Leistungszuwachs.
Der
schnellste Computer Europas, „Jugene“ (Jülich Blue Gene), leistet im
Forschungszentrum Jülich 45,6 TeraFLOPS – der sechstschnellste Computer
der Welt rechnet damit so flink wie 15.000 herkömmliche PCs. Bereits im
Jahr 2009 soll in Jülich der nächste Rechner folgen, der dann
tatsächlich 1.000 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (PetaFLOPS)
schafft. Das ist aber auch nicht ganz billig: Die Anlage mit dem neuen
Superrechner soll etwa 50 Millionen Euro kosten.
Ein Ende der rasanten Entwicklung ist nicht in Sicht.
Rechner fürs Arbeiten gibt es schon unter 200 Euro, Spiele-PCs rechnen
heute schneller als der Supercomputer Cray-1 und IBM will noch in
diesem Jahr mit einem „Roadrunner“ genannten Großrechner in den
PetaFLOPS-Bereich vorstoßen. Welche Superrechner von 1964 bis heute
folgten, lesen Sie bei COMPUTER BILD .
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